😴 Schlaf & Lernen
„Eine Nacht darüber schlafen" ist mehr als eine Redensart. Schlaf ist eine aktive Phase, in der das Gehirn frisch Gelerntes festigt – die sogenannte Gedächtniskonsolidierung.
Was im Schlaf passiert
In ihrer vielzitierten Übersichtsarbeit fassen Susanne Diekelmann und Jan Born (2010) zusammen: Schlaf verbessert die Festigung von Gedächtnisinhalten – und zwar messbar. Dabei spielen zwei Schlafphasen unterschiedliche Rollen.
Im Tiefschlaf (slow-wave sleep) werden hippocampus-abhängige Inhalte – etwa neu Gelerntes, Fakten – reaktiviert und in dauerhaftere Speicher des Großhirns überführt. Der REM-Schlaf trägt eher zur Festigung von Abläufen und Fertigkeiten bei.
Was das praktisch heißt
Wer etwas behalten will, profitiert von ausreichend Schlaf nach dem Lernen. Das passt gut zu unserer Merktechniken-Seite: Wiederholung mit Pausen – und genügend Schlaf dazwischen – wirkt besser als stundenlanges Pauken am Stück.
Quellen
- Diekelmann S, Born J (2010). The memory function of sleep. Nature Reviews Neuroscience 11(2), 114–126. DOI: 10.1038/nrn2762
- Plihal W, Born J (1997). Effects of early and late nocturnal sleep on declarative and procedural memory. J. Cognitive Neuroscience 9(4), 534–547.