🧠 Gehirnjogging: der ehrliche Blick
„Trainiere dein Gehirn und werde klüger!" – damit ist eine Milliardenbranche gewachsen. Spiele dürfen Spaß machen, sollten aber ehrlich beworben werden. Der nüchterne Stand:
Der Lumosity-Fall
Der Anbieter Lumosity warb, seine Spiele steigerten Leistung in Schule und Beruf und verzögerten geistigen Abbau bis hin zu Demenz. 2016 einigte er sich mit der US-Handelsbehörde FTC auf 2 Mio. US-Dollar wegen irreführender Werbung (ein weitergehendes Urteil über 50 Mio. wurde ausgesetzt). Begründung: Es fehlte die wissenschaftliche Grundlage.
Was über 70 Forschende 2014 feststellten
Ein gemeinsames Papier von über 70 Psycholog:innen und Neurowissenschaftler:innen kam zum Schluss: Die Werbeversprechen seien „häufig übertrieben und mitunter irreführend". Es gebe wenig Beleg dafür, dass Gehirnspiele die allgemeinen Fähigkeiten verbessern.
Was nachweislich hilft
Dieselben Forschenden verweisen auf körperliche Bewegung – mit den bislang besten Belegen für die allgemeine Hirnleistung. Auch Schlaf, soziale Kontakte und lebenslanges Lernen zählen.
Unser Standpunkt
Wir bieten Gehirnjogging an, weil es Spaß macht – nicht, weil wir versprechen, dich klüger zu machen. Fürs Gehirn zählt das Gesamtpaket mehr als jedes einzelne Spiel.
Quellen
- U.S. Federal Trade Commission (2016): Lumosity $2 Million Settlement (Pressemitteilung, 5. Jan. 2016).
- Stanford Center on Longevity & Max Planck Institute for Human Development (2014): Consensus on the Brain Training Industry.