🧠 Gehirnjogging: der ehrliche Blick

Lesezeit ca. 4 Min · Werbeversprechen vs. Konsens

„Trainiere dein Gehirn und werde klüger!" – damit ist eine Milliardenbranche gewachsen. Spiele dürfen Spaß machen, sollten aber ehrlich beworben werden. Der nüchterne Stand:

Der Lumosity-Fall

Der Anbieter Lumosity warb, seine Spiele steigerten Leistung in Schule und Beruf und verzögerten geistigen Abbau bis hin zu Demenz. 2016 einigte er sich mit der US-Handelsbehörde FTC auf 2 Mio. US-Dollar wegen irreführender Werbung (ein weitergehendes Urteil über 50 Mio. wurde ausgesetzt). Begründung: Es fehlte die wissenschaftliche Grundlage.

Die Lücke zwischen Versprechen und BelegWerbeversprechen„klüger in Schule, Beruf, Alltag – schützt vor Demenz"Wissenschaftlicher Beleg„man wird besser im Spiel"… der Rest ist offen
Quellen: U.S. FTC (2016), Vergleich mit Lumos Labs; Stanford Center on Longevity & Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (2014).

Was über 70 Forschende 2014 feststellten

Ein gemeinsames Papier von über 70 Psycholog:innen und Neurowissenschaftler:innen kam zum Schluss: Die Werbeversprechen seien „häufig übertrieben und mitunter irreführend". Es gebe wenig Beleg dafür, dass Gehirnspiele die allgemeinen Fähigkeiten verbessern.

Zentral ist der Transfer: Übt man eine Aufgabe, wird man darin besser – unstrittig. Strittig ist, ob sich das auf den Alltag überträgt. Dafür fehlt der überzeugende Nachweis.

Was nachweislich hilft

Dieselben Forschenden verweisen auf körperliche Bewegung – mit den bislang besten Belegen für die allgemeine Hirnleistung. Auch Schlaf, soziale Kontakte und lebenslanges Lernen zählen.

Unser Standpunkt

Wir bieten Gehirnjogging an, weil es Spaß macht – nicht, weil wir versprechen, dich klüger zu machen. Fürs Gehirn zählt das Gesamtpaket mehr als jedes einzelne Spiel.

Quellen

▶ Alle Spiele entdecken

← Zurück zur Wissensdatenbank